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Du befindest Dich in der Rubrik NEUE JAZZ CDs. Hier sind die Rezensionen der Jazz Alben, die in den letzten 4 Wochen besprochen worden sind. Infos zu älteren Jazz CDs findest Du beim Link “Verzeichnis”. Zur Übersicht geht es zurück mit “Übersicht”, ganz rechts ist der Link zur “Startseite”.

 

 

 

 

NEUE JAZZ CDs

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Verzeichnis

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JAZZ-CLIP DER WOCHE

 JAMES BLOOD ULMER “STREET BRIDE”

In dieser Woche ist er 70 Jahre alt geworden. Am 02. Februar 1942 ist der Jazz & Avantgarde Gitarrist JAMES BLOOD ULMER in South Carolina geboren worden. In lokalen Formationen, aber auch in “Art Blakeys Jazz Messengers” Ensemble hat er erste Erfahrungen gesammelt, sein erstes Solo Album “Revealing” hat er im Jahr 1977 veröffentlicht. Ein Jahr später bin ich das erste Mal auf den Musiker aufmerksam geworden und die Wucht, mit der mich sein experimentelles Gitarrenspiel auf “Tales Of Captain Black” traf, hat mich regelrecht umgehauen. Etwas später hat “Captain Blood”, wie er sich gerne nennt, sein legendäres “Music Revelation Ensemble” mit dem Schlagzeugvirtuosen Ronald Shannon Jackson und dem Saxophonisten David Murray gegründet. Aus dieser Zeit datiert auch eines seiner besten Alben: Das 1980 beim deutschen Label “Moers Music” veröffentlichte “No Wave”.

Wer den Clip hier nicht sehen kann, klickt auf diesen Link:
http://www.youtube.com/watch?v=r6t3t191iNM 

JAMES BLOOD ULMER im Web:
http://www.jamesbloodulmer.com/
http://www.hyenarecords.com/jamesbloodulmer

WENN DU DEN VIDEO-CLIP NICHT SEHEN KANNST,
DANN HAST DU JAVA-SCRIPT DEAKTIVIERT

BETTINA POHLE & RALF RUTH TRIO “JUST [b]” Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

Bettina Pohle And Ralf Ruh Trio - Just B

TITELVERZEICHNIS:

1. You And The Night And The Music
2. Blame It On My Youth
3. Is You Is Or Is You Ain’t (My Baby)
4. The Man I Love
5. Big Spender
6. Come Rain And Come Shine
7. Nature Boy
8. Don’t Get Around Much Anymore
9. Beneath The Midnight Moon
10. Angel Eyes
11. Teach Me Tonight
12. Good Bless The Child
13. Bye Bye Blackbird

Label: Octason Records
Webseite: www.octason-records.de

Time:

2:46
4:34
4:25
4:50
1:59
4:41
5:55
3:43
4:42
5:03
4:04
5:31
4:12

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VOCAL JAZZ

Für Fans von: Caecilie Norby - Nikki Yanofsky - Hilary Cole

DEUTSCHLAND

Auf dem Cover der CD lehnt eine attraktive Blondine an einem Baum, in den der Grafiker des Artworks ein paar Erklärungen zum englischen Verb „To B“ „geritzt“ hat. „I Sing, Therefore I Am“ und „Home Is Where My Heart Is“ sind zwei der Anmerkungen, die in der Auflistung zu lesen ist. Gefühlsmäßig versuche ich die Musik schon mal einzuordnen – ich tendiere zu den Musikrichtungen „Klassik“ oder „Jazz“. Na gut, dann mal rein in den Player mit der CD – mal sehen, ob ich recht behalte!

Gleich bei den ersten Takten des vorliegenden Albums fällt der erstklassige Sound auf. Schlagzeug und Piano steigen ein – ein kurzer Break - dann kommt die Stimme der Sängerin & die haut mich gleich einmal um. Warm & sonor schwebt die Sängerin durch den ersten tollen Swinger „You And The Night And The Music“. Das vorliegende Album „Just [b]“ wurde von der Berliner Jazz Vokalistin BETTINA POHLE und dem RALF RUH TRIO eingespielt. Zärtlich wird die Seele des Zuhörers in „Blame It On My Youth“ gestreichelt - wenn Bassist Lars Gühlke und Schlagzeuger Peter Horisberger in Minute 01:27 in den Song hinein gleiten, ist Gänsehaut Feeling angesagt – eine wundervolle „Cocktail Jazz“ Ballade!

Is You Is Or Is You Ain’t (My Baby)“ ist fingerschnippender Cool Jazz – geht ein bisschen in Richtung „Nina Simone“ - die Sängerin lässt sich relaxt in den Groove hinein fallen, Ralf Ruh glänzt mit wunderbaren Akkord „Voicings“. Das Täuschungsmanöver des Albums gelingt dem Quartett mit „The Man I Love“ – die Komposition beginnt ruhig & balladesk - nimmt plötzlich ab Minute 02:19 rasante latinjazzige Fahrt auf, um sich ab Minute 04:07 fast unmerklich & kurzzeitig als swingender Walking Blues zu präsentieren.

Mit „Big Spender“ gibt es einen Song aus dem 1966er Musical „Sweet Charity“ (eine der bekanntesten Versionen des Stücks ist die von Shirley Bassey) und eines der Album Highlights ist der „Nature Boy“, in dem Drummer Horisberger dezent & gefühlvoll auf dem Rahmen seines Schlagzeugs voran galoppiert. Musik zum Träumen gibt es im wundervoll melancholischen „Beneath The Midnight Moon“ (mit romantischem Vocal Phrasing und dem zauberhaftem Piano Spiel von Ralf Ruh) und mit einem humvorvollen „Bye Bye“ verabschieden sich die 4 gutgelaunten Hauptpersonen - zuvor gibt es im groovenden „Bye Bye Blackbird“ 4 Minuten lang eine der schönsten Performances der exzellenten Sängerin.

FAZIT: Traditioneller & doch moderner Vocal Jazz ohne sich an gängigen verkaufspolitischen Vorgaben zu orientieren. Toller Stoff für Puristen, aber auch für Neuankömmlinge im Genre. BETTINA POHLE aus Berlin singt & flüstert mit weicher, dunkler & verführerischer Stimme, wie ich sie lange nicht mehr diesem Genre gehört habe. Einfach lecker! Die Empfehlung zum Anhören: Ein feingliedriger, trockener & gleichzeitig spritziger Weissburgunder Kabinettwein aus dem Frankenlande.

VÖ: 14.02.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://bettinapohle.com/

TOURDATEN

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ELVIRA BARJAU “SO THIS IS LOVE”

Elvira Barjau - So This Is Love

TITELVERZEICHNIS:

1. Unexpected Song
2. Where Or When
3. I’m All Smiles
4. You And The Night And The Music
5. Dos Gardenias
6. Down With Love
7. When I Look In Your Eyes
8. Why Did I Choose You
9. So This Is Love

Besetzung:

Erik Miron (guitar)
Arie Selma (piano)
Franz Mehrfert (bass)
Michael Dubin (drums)

MUSICAL JAZZ

Für Fans von: Barbra Streisand – Sarah Vaughan – Judy Garland

USA

Interessant, dass immer mehr Künstler & Musiker selbst zur „Feder“ greifen und ihre Musik “verschicken”. Okay, ein erster Kontakt muss da schon da gewesen sein wie im vorliegenden Fall. Die kalifornische Jazz Vokalistin ELVIRA (sprich: Ell-wei-rah) BARJAU treibt sich bereits seit 2007 im sozialen Netzwerk von MySpace herum und arbeitet kontinuierlich an ihrer Karriere, die sie lange vorbereitet hat. 2009 gab es eine überraschende Freundschaftsanfrage und seitdem habe ich die Sängerin im Focus – vor drei Wochen kam plötzlich das Debut Album „So This For Love“ mit 9 Eigenkompositionen (Spielzeit: 38:42), die sich allesamt im Genre Vocal Jazz bewegen.

Where Of When“ swingt locker mit latinjazzigem Bossa-Touch, “I’m All Smiles” passt wunderbar in die relaxte Atmosphäre einer edlen Cocktail-Lounge. Die begleitenden Musiker spielen – nicht nur in diesem Track - einfach erstklassig. Gitarrist Erik Miron glänzt mit wundervollen Jazz-Licks und Schlagzeuger Michael Dubin verdichtet das romantische Flair mit dezentem Drumming.

Die Songs, die hier zur Ader gelassen werden, sind keine Jazz Standards im üblichen Sinne, sondern tolle Melodien aus zum grossen Teil auch hierzulande bekannten Musicals. Den Titelsong „So This Is Love“ gibt es in der Disney-Animation „Cinderella“, das tangojazzige „You And The Night And The Music“ stammt aus dem humorigen Broadway Musical „Revenge With Music“. Auch das nachfolgende “Dos Gardenias” bedient sich in der lateinamerikanischen Ecke, den meisten Musikfans dürfte der Song aus der Musikdokumentation “Buena Vista Social Club” bekannt vorkommen. Elvira singt hier spanisch, als ob sie noch nie etwas anderes getan hätte und bringt mit ihren Musikern einen zauberhaften Bolero aufs Parkett.

Fazit: Die “streisand”-igste Jazz Sängerin, die ich bisher gehört habe. ”So This Is Love” ist ein gutes Debut Album (Notendurchschnitt 1,888), das sich aber in der Bewertungswoche nicht unter den 10 besten Alben der Woche plazieren konnte, weil einfach die Konkurrenz “zu stark” war.

VÖ: 14.02.12

Verfügbar: CD (Import) & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.elvirabarjau.com/ & http://www.myspace.com/elvirabarjaumusic

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ESPERANZA SPALDING “RADIO MUSIC SOCIETY”

Esperanza Spalding - Radio Music Society

TITELVERZEICHNIS:

1. Radio Song
2. Cinnamon Tree
3. Crowned & Kissed
4. Land Of The Free
5. Black Gold
6. I Can’t Help It
7. Hold On Me
8. Vague Suspicions
9. Endangered Species
10. Let Her
11. City Of Roses
12. Smile Like That

Label: Heads Up International
Webseite: www.headsup.com

SOUL JAZZ

Für Fans von: Marcus Miller - Michelle Ndgeocello - Robert Glasper

USA (OREGON)

Funky, sexy & jazzy geht’s gleich los mit dem verführerischen „Radio Song“. Verführerisch, weil die US Bassistin ihren Hörer sofort an der Seele packt und ihn in die neuen 12 Songs des vierten Studio Albums „Radio Music Society“ hineinzieht. Klasse dabei das Pianospiel von Leo Genovese. “Cinnamon Tree” vereinigt die Kraft gefühlvoller “Chaka Khan” Balladen (als diese in den 70er Jahren noch mit der Band Rufus unterwegs war) mit der gefühlvollen Intensität instrumentaler Slow Jams des legendären Mahavishnu Orchestras – im Song selbst geht es um den Wert platonischer Liebe und um die geistige Verbindung zwischen zwei Menschen, ohne die Gefühlswelt einer normalen Liebesbeziehung zu strapazieren. Um die Botschaften ihrer Songs gezielt in Szene zu setzen, wurden zu 11 Stücken kleine Kurzfilmchen gedreht, die es allesamt auf einer zusätzlichen DVD der Deluxe Edition gibt.

Durch „Crowned & Kissed“ flattert sie mit lockerer Stimme durch jazzige Vocal Gefilde und im kurzen Intermezzo „Land Of The Free“ haucht die Musikerin feierlich zum warmen sweetsouligen Klang einer Hammondorgel. Wie auch beim Vorgänger präsentiert die Grammy Gewinnerin für die meisten ihrer Songs mit Gretchen Parlato, Leni Stern und Becca Stevens ausgesuchte Sängerinnen, im feinen „Black Gold“ – gleichzeitig die erste Single des Albums - darf sich die R&B Sängerin ALGEBRA (was für ein Name!) BLESSET versuchen, für die geschmackvollen Guitar Fills zwischen den gesungenen Noten sorgt der Jazz Gitarrist Lionel Loueke.

Im Stevie Wonder Klassiker „I Can’t Help It“ erfreuen sich Musikfans am Spiel des Saxophonisten Joe Lovano, im zweiten Cover Songs des Albums („Endangered Species“ gibt es im Original vom Saxophonisten Wayne Shorter) holt Esperanza die im letzten Oktober nach langer Pause wieder mal (mit neuem Album) in Erscheinung getretene Soul Sängerin Lalah Hathaway ans Mikrofon. Ist gleichzeitig die heisseste Nummer der Scheibe: Beginnt mit den ethnischen Tönen eines brasilianischen Berimbeau, entwickelt sich schnell zum Jazz-Funk mit interessanten Breaks und wenn ab Minute 03:35 die Trompete zur elektrifizierten Gitarre von Jef Lee Johnson loslegt, erlebe ich mein Deja Vu und denke, der im September 1991 verstorbene Meister Miles Davis steht direkt vor mir und haut seine improvisationsfreudigen Licks durch die Lautsprecher. Und weil das alles immer noch nicht reicht, gibt’s im Background noch ein paar messerscharfe Vocal Harmonien, die mich an die Musik der Weltmusikexpertin Marlui Miranda erinnern.

Fazit: Keine pflegt den Terminus Soul-Jazz so intensiv und künstlerisch auf hohem Level wie die Multiinstrumentalistin ESPERANZA SPALDING, die schon im letzten Jahr völlig zu Recht vor allen anderen Mitberwerber(inn)en mit dem Grammy Award in der Rubrik „Best New Artist“ ausgezeichnet worden ist. „Radio Music Society“ ist ein erstklassiges Album geworden, das vor allem eine Erkenntnis offen legt: War Musik in den 70er, 80er und sogar – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in den 90er Jahren – vor allem was die Instrumentalisten betrifft – eine Männerdomäne, so haben sich musizierende Frauen im Jahr 2012 längst ihren Platz auf den obersten Stufen der Musikhierarchie verdient.

VÖ: 20.03.12

Verfügbar: CD & CD+DVD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.esperanzaspalding.com/ & http://www.myspace.com/esperanzaspalding

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LYAMBIKO “SINGS GERSHWIN”

Lyambiko - Sings Gershwin

TITELVERZEICHNIS:

1. ‘S Wonderful
2. It Ain’t Necessary So
3. Love Walked In
4. Somebody Loves Me
5. I Got Rhythm
6. Nice Work
7. Someone To Watch Over Me
8. Let’s Call The Whole Thing Off
9. Summertime
10. They All Laughed
11. Fascinating Rhythm
12. Who Cares
13. Crush
14. Slap That Bass
15. How long Has This Been Going On
16. A Foggy Day

VOCAL JAZZ

Für Fans von: Ella Fitzgerald - Billie Holiday - Dee Dee Bridgewater

DEUTSCHLAND

Will denn heutzutage irgend noch jemand die alten „Gershwin“ Schinken „over und over“ hören? Fällt den Musiker(innen) nichts mehr Neues ein? Ich weiss gar nicht, in wie vielen unterschiedlichen Versionen ich die Klassiker „I Got Rhythm“ oder „Summertime“ bereits gehört habe - aber andererseits kann ich mich auch gar nicht daran erinnern, dass mir eine Version NICHT gefallen hätte. Das kommt natürlich immer auf das „wann“ und „warum“ und vor allem auf das „von wem“ an.

Jetzt hat sich die thüringische Sängerin LYAMBIKO an den Klassikern des amerikanischen Komponisten bedient und bereits beim ersten Stück „’S Wonderful“ stelle ich fest, dass die 33jährige ihre Sache eigentlich sehr gut macht. Begleitet wird sie von drei erstklassigen Experten, die die 16 Songs swingen, schaukeln, vor sich her treiben oder sie einfach vor dem geistigen Auge des Zuhörers auf einer Wolke vorüber schweben lassen und auf die sich der Käufer des Albums am besten genussvoll setzt. Jazz liegt der Vokalistin im Blut, in „It Ain’t Necessary So“ klingt sie lasziv wie Nina Simone zu deren besten Zeiten. Pianist Marque Lowenthal spielt erstklassige Licks’n’Fills und Perkussionist hat Spass daran, den Groove auf der Snaire-Drum auch einfach nur einmal kurz mit seinem Besen voran zu sweepen. Da möchte sich Bassist Robin Draganic nicht lumpen lassen – er gibt LYAMBIKO einen feinen Uptempo-Blues-Lauf vor, über den sie ihr „Love Walked In“ zum galaktischen Höhepunkt treibt. 3 Minuten, die man höchst bedauerlich findet, weil sie so schnell vorübergezogen sind.

Das Tempo zieht an in „Somebody Loves Me“, der Song explodiert förmlich und entwickelt sich zum zweiten grossen Highlight dieses achten Studio Albums der mit dem „Echo Jazz 2011“ ausgezeichneten Sängerin. Es bleibt bis zum Ende qualitativ erstklassig: „I Got Rhythm die Hundertste Klappe“ – herrlich, wie LYAMBIKO sich in Minute 00:38 in ein kurzes Falsetto fallen lässt – sie zirpt wie eine Nachtigall und sie schnurrt wie ein wärmebedürftiges Kätzchen.

Natürlich war ich gerade auf die Ballade „Summertime“ sehr gespannt und die Erwartungen sind nach dem bisher gehörten gross. Die Band nimmt sich Zeit, den Einstieg 80 Sekunden lang instrumental & gefühlvoll zu zelebrieren, bevor LYAMBIKO trompetengleich zart-scattend in den Song hineingleitet. Ein bisschen erinnert mich der Beginn an den Pop Klassiker „Bad Man’s Song“ der britischen Pop Gruppe „Tears For Fears“ – damals mit einer grossartigen Oleta Adams vor dem Mikrofon. Die erste Textzeile gibt es ab Minute 02:30, aber bevor es sich der Zuhörer gemütlich machen kann auf der relaxten Wolke 7, wird der Song zu meiner grossen Enttäuschung nach nur 03:30 Minuten pietätlos abgewürgt. DAS hätte man geschmackvoller lösen können! Sehr Sadé!

Auch von Marque Lowenthal’s wundervollem Pianospiel hätte ich mir mehr gewünscht im Stück „They All Laughed“ – aber auch hier wird das Stück nach 04:17 Minuten rigoros ausgeblendet. Entschädigt werde ich danach etwas später durch ein ein swingendes „Fascinating Rhythm“ und das aufregende „Slap That Bass

Fazit: Grossartige Inszenierung einer TOP Sängerin und ihrer erstklassigen Band. Ein dickes Ausrufezeichen, das zeigt, dass sich die deutsche Jazz Szene hinter keiner Nation verstecken braucht. Eine der besten Vocal Jazz Scheiben des Jahres! Und: Wer noch einmal die Namen Diana Krall und Norah Jones mit “Vocal Jazz” verbindet, sollte sich schämen und sich mal dieses Album anhören!

VÖ: 03.02.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.lyambiko.com/eng/http://www.myspace.com/lyambikomusic

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DON BYRON “LOVE, PEACE AND SOUL”

Don Byron - Love Peace And Soul

TITELVERZEICHNIS:

1. Highway To Heaven
2. When They’ve Sung My Last Song
3. It’s My Desire
4. Sham Time
5. Consideration
6. Take My Hand, Precious Lord
7. Beams Of Heaven
8. Hide Me In Thy Bosom
9. Himmm
10. I’ve Got To Live The Life I Sing About In My Song
11. Didn’t It Rain
12. When I’ve Done My Best

Label: Savoy Jazz
Webseite: www.savoyjazz.com 

GOSPEL JAZZ

Für Fans von: Brandord Maralis - Kirk Whalen - DK Dyson

USA

Der Jazz, den DON BYRON predigt, hebt sich von dem seiner Kolleg(inn)en ab, weil er sich jetzt mit seinem neuen Album „Love, Peace And Soul“ auf die heilige Worship-Schiene begibt. Schön, dass er es nicht tut wie viele Musiker in den 80er Jahren, die damals aus lauter neuer Gottesfürchtigkeit Instrumente mit der Bibel vertauschten und anstatt zu konzertieren lieber andächtig in der Bibelstunde sassen. Die Überzeugungskraft der Methodisten hat damals vielen hoffnungsvollen Musikern die Karriere gekostet. Aber das ist eine andere Geschichte!

DON BYRON hat sich sein persönliches Gospel Quintett zusammengestellt. Xavier Davis sitzt am Piano, Brad Jones bearbeitet den Bass und Pheeroan aka Laff haut die Drumsticks in die Felle. Eine Sängerin gibt es auch: Die renommierte Gospel Sängerin DK Dyson hat die Vocals des Albums eingesungen, in der Live Band allerdings steht Carla Cook am Mikrofon. Der erste Song „Highway To Heaven“ ist ein überkandideltes & von musikalischer Extrovertiertheit überfrachtetes Musikstück, das einiges an Geduld abverlangt, die relaxte Uptempo-Ballade „When They’ve Sung My Last Song“ gefällt mir besser, auch wenn sich der gute Don am Ende ebenfalls nicht zurückhalten kann oder will – wenn jemand eine Strophe singt, passt es halt einfach nicht, den Gesang mit noch lauterem Saxophongetröte zu überdudeln. Was bei Instrumenten oft gut klingt, hört sich bei einer Textpassage nur nach wirrem Durcheinander an, egal wie toll die Spielfertigkeit der praktizierenden Musiker ist. Zudem kommt noch, dass die Sängerin - wie in „It’s My Desire“ zu hören - ihre Stimmung zwar recht improvisationsfreudig durch Höhen & Tiefen jagt, aber auch sehr oft bei ihrer Wahl der Töne schräg daneben trifft.

Das halbinstrumentale „Sham“ ist noch einer der besten Tracks, weil sich die Vocalistin Denise Karen Dyson hier lediglich mit ihrem Scat-Gesang einbringt. Ausserdem glänzt Gaststar Vernon Reid (u. a. für die Band “Living Colour” aktiv) mit einem sehr guten Gitarren-Solo. Auch toll: „Consideration“ mit Gastsänger Dean Bowman (der seltsamer Weise nicht während seinen Strophen niedergedudelt wird, weil alle Musiker hier brav auf ihren Einsatz & ihre Fills warten). Zum Dank gibt’s am Ende des Stücks vom Sänger ein „Hallelujah!“

Fazit: Die Musik von DON BYRON muss man einfach mögen, auf seinem neuen Album übertreibt er es allerdings mit seinem Hang zur extrovertierten Darstellung seiner Künste und wünschte ich mir, er würde auf die Hilfe eines erfahrenen Arrangeurs zurück greifen, der seinen Stücken das ausgewogene Gleichgewicht zwischen Spielkunst und Songstrukturen verleiht.

VÖ: 21.02.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.donbyron.com/ & http://www.myspace.com/donbyronmusic (ältere Songs)

TOURDATEN

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AHMAD JAMAL “BLUE MOON”

Ahmad Jamal - Blue Moon

TITELVERZEICHNIS:

1. Autumn Rain
2. Blue Moon
3. Gypsy
4. Invitation
5. I Remember Italy
6. Laura
7. Morning Mist
8. This Is The Life
9. Woody’n You

Label: World Village Records
Webseite: www.worldvillagemusic.com

CHAMBER JAZZ

Für Fans von: Ramsey Lewis - Hank Jones - Red Garland

USA

Wenn man den Begriff “Piano-Legende” in den Mund nimmt und dieses Attribut gleichzeitig in Einklang mit der Musikrichtung Jazz bringt, muss zwangsläufig der Name AHMAD JAMAL fallen. Der 81jährige Jazz Pianist wird auch oft in Erwähnung gezogen, wenn Jazzforscher nach wichtigen Personen suchen, die dieses Genre im wesentlichen beeinflusst haben. AHMAD JAMAL ist Pianist, Komponist und Musiklehrer, aber gleichzeitig auch Feuerwerker. Wie anders ist zu erklären, welche Klangkaskaden er im ersten Track seines neuen Studio Albums „Blue Moon“ auf den Hörer loslässt. „Autumn Rain“ – der Name ist Programm – wie ein peitschender Regen lässt er seine Finger auf die Tastatur sausen und erschafft mit den ihn begleitenden Musikern eine starke Symbiose aus mitreissendem Latin Jazz & gefühlvollem Hard Bop Phrasing.

Der Titelsong ist ebenso lebhaft und eines, das mich schon immer an diesem Musiker fasziniert hat, ist die immense Intensität, mit der er sein Spiel auslebt – zu spüren bei jeder angeschlagenen Note. Ganz stark auch hier das Zusammenspiel zwischen Schlagzeuger Herlin Riley und Perkussionist Manolo Badrena. Das Quartett wird komplettiert von Reginald Veal, der den Kontrabass bedient und der mit dazu beiträgt, dass sich das vierte Stück zum Highlight des Albums entwickelt. Klasse wie AHMAD JAMAL seine instrumentalen Geschichtchen erzählt – sehr gut zu hören am Anfang dieser herrlich relaxt swingenden Salsa-Jazz-Perle „Inivitation“ – hier gibt es kein routiniertes Herumgeklimper, sondern nur beseelte Jazz Musik pur! Eines der besten Jazz Stücke, die ich seit einem Jahr gehört habe! Einfach herausragend. 12 Minuten Modern Jazz für die Ewigkeit!

Auch „Morning Mist“ besticht durch die dargebotene Virtuosität der 4 Musiker, die aber zu keiner Zeit den Schluss offenbart, dass hier Musik nur gespielt wird um der technischen Glanzleistung wegen. Am Ende präsentiert der Pianist mit dem Dizzy Gillespie Standard „Woody’n You“ einen seiner Alltime-Favourites der Jazz Historie.

Fazit: Es gibt keine alten oder jungen Jazz Pianisten, sondern nur gute und schlechte, hat mal der Europameisterschaftsdirigent Otto Rehagel gesagt, der jetzt die Taktstöcke in Berlin schwingt und die Balletttänzer der Hertha-Oper springen lässt. Okay ... das hat jetzt eher mit dem runden Ball zu tun – der Anspruch, den der Jazz Pianist AHMAD JAMAL an seine Zuhörer stellt, ist einfacher: Wer eine Seele hat, der höre & geniesse das Dargebotene! Anwärter „Jazz Album des Jahres“, definitely!

VÖ: 14.02.12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.ahmadjamal.net/ 

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LARS DANIELSSON “LIBERETTO”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

JAZZ

Für Fans von: Jaco Pastorius – John Abercrombie – Kenny Wheeler

SCHWEDEN

LARS DANIELSSON ist ein schwedischer Jazz Bassist, der mit „Liberetto“ sein siebzehntes Solo Album beim Label ACT Music veröffentlicht hat. Der Musiker, der sich bereits auf zahlreichen Platten anderer Künstler verewigt hat (u. a. Nils Landgren, Ida Sand) präsentiert 12 instrumentale, gefühlvolle Stücke, aber auch durchaus lebhafte, swingende Kompositionen. Anspieltipps sind das wirbelnde „Orange Market“, in dem es improvisationsfreudig zur Sache geht. In der Ballade „Hymnen“ dominiert die weich klingende Trompete von Arve Henriksen, erstklassig der harmonische Wettstreit zwischen Cello und Piano in „Svensk Laet“, in „Party On The Planet“ gibt es elektrische Violinen, treibende Perkussion und das relaxt swingende „Driven To Daylight“ mit der exzellenten (akustischen) Gitarrenpräsenz von John Parricelli ist eines der feinen Highlights des Albums.

Lars Danielsson - Liberetto

VÖ: 06. 02. 12

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.myspace.com/larsdanielssonbass

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CARLOS BICA & AZUL “THINGS ABOUT”   Zurück zur Übersicht - Back to the previous page

JAZZ

Für Fans von: Pat Metheny - John Scofield - Ralf Gauck

PORTUGAL

Er hat in Würzburg studiert, an der Hochschule für Musik, der portugiesische Musiker CARLOS BICA, der auf dem Kontrabass zu Hause ist. 1998 ist er in seinem Heimatland als „Musiker des Jahres“ ausgezeichnet worden und neben zahlreichen Präsenzen bei internationalen Festivals war er jahrelang tätig für musikalische Größen wie Maria Joao, Kenny Wheeler, Aki Takase oder Markus Stockhausen. Beim Label „Clean Feed Records“ hat der Virtuose mit der Band AZUL sein neues und viertes Studio Album „Things About“ veröffentlicht. Mit von der Partie sind Gitarrist Frank Möbus & Drummer Jim Black. 57 Minuten lang gibt das Trio dem Zuhörer Gelegenheit, in ein 11teiliges, vielschichtiges Dickicht aus Modern Jazz, neoklassistischem Kammerjazz und traditionellem Hardbop einzutauchen, das beste Stück „Deixa Pra Lá“ ist leider nur 2 Minuten lang.

Carlos Bica - Things About

VÖ: 05. 12. 11

Verfügbar: CD & digitales Album

Kaufempfehlung: K K K K K K K K K K

Webseite: http://www.carlosbica.com/ & http://www.myspace.com/carlosbicaazul

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Legende KAUFEMPFEHLUNGEN

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Sagenhafte Platte, gehört in JEDE Sammlung!
Die Platte für die einsame Insel

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Sehr gute Platte, ist genre-spezifisch unter den besten 1000 aller Zeiten an zu siedeln

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Gute Platte, sehr empfehlenswert, gehört in die gut sortierte Plattensammlung

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Ganz gut gelungen, sollte man haben, es gibt aber vergleichbare Platten im Genre

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Kann man hören, rein in die Sammlung und bei Bedarf wieder hervorholen

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Durchschnittliche Platte, sollte man umtauschen dürfen. Nur für Edel-Fans

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Nicht so gelungen, eigentlich überflüssig, nur für dicke Geldbeutel interessant

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Langweilige Platte, kann man seinem Feind zu Weihnachten schenken

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Schwache Platte, das Cover als Unterlage im Katzenklo und die CD als Untersetzer

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Grauenhafte Platte, ab damit in den Müllcontainer oder in die Verbrennungsanlage